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Die Haut und ihre Funktionen

Welches ist das größte Organ des Menschen? Bei dieser Frage denken wir schnell an innere Organe wie Herz, Niere oder Magen. Selten denken wir dabei an unsere Haut. Diese ist aber, obwohl nur wenige Millimeter dick, mit bis zu 10 Kilogramm Gewicht und einer Fläche von bis zu 2 Quadratmetern unser größtes Organ.



Ohne unsere Haut wäre unser Körper nahezu schutzlos

Die Haut hält uns sprichwörtlich zusammen. Sie schützt uns vor Hitze und Kälte, vor Druck, Stößen und Reibung, vor dem Eindringen von Wasser, UV-Strahlen, Mikroben und Schmutz. Sie sorgt dafür, dass wir nicht zu viel Wasser verlieren und reguliert unseren Wärmehaushalt. Ohne unsere Haut und ihre Barrierefunktion würden wir rund 20 Liter Wasser pro Tag verlieren.

Durch ihren Säureschutzmantel verhindert die Haut aktiv das Eindringen fremder Keime. Sie hat die Fähigkeit, bestimmte Wirkstoffe aufzunehmen und unterstützt durch ihre Durchblutung die Regulation von Kreislauf und Körperwärme. Durch das Schwitzen verhindert sie die Überhitzung unseres Körpers.



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Die Haut zeigt Gefühle

Als größtes Sinnesorgan nehmen wir über die Haut Vibration und Schmerz wahr, können tasten und Druck- sowie Temperaturunterschiede empfinden. Für alle diese Reize gibt es Fühler in der Haut, die Rezeptoren.Ebenso zeigen wir Gefühlsregungen über sie: Wir werden rot vor Wut oder Aufregung, blass vor Schreck und wir schwitzen bei Angst oder sträuben die Haare. Über Duftstoffe (Pheromone) senden wir mit unserer Haut Geruchsbotschaften aus.


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Weitere Funktionen der Haut

Verletzen wir unsere Haut, versucht unser Körper diese so schnell wie möglich wieder aufzubauen, da durch die offene Haut Bakterien eindringen und eine Wundinfektion auslösen können. Um das zu verhindern, ist nach jeder Verletzung sofort ein hauteigenes Reparaturteam zur Stelle, das in drei aufeinander folgenden Phasen agiert: Selbstreinigung der Wunde, Bildung von neuem Gewebe und endgültiger Wundverschluss.

Übrigens: die Haut zeigt an, wenn etwas nicht stimmt. Viele innere Krankheiten rufen eine äußerliche Reaktion hervor.

In unserer Haut wird außerdem, mit Hilfe von Sonnenstrahlen, Vitamin D gebildet. Vitamin D ist wichtig für den Knochenbau die Muskulatur, das Immunsystem und die Verdauung. Um genügend Vitamin D zu erzeugen, reichen bereits kurze Aufenthalte in der Sonne aus. Verantwortlich für die Produktion sind UV-B-Strahlen.

Haare und Nägel werden ebenfalls von unserer Haut gebildet. Sie dienen dem Schutz und zur Zierde.


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Aufbau der Haut

Unsere Haut ist aufgebaut wie eine Zwiebel. Die Zellstrukturen in den einzelnen Schichten erfüllen unterschiedliche Funktionen und Aufgaben.


hautschichten

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Die Schichten der Haut

Unsere Haut besteht grob eingeteilt aus drei Schichten: Der Oberhaut (Epidermis), der Lederhaut (Corium) und der Unterhaut (Subcutis)


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Die Oberhaut (Epidermis)

Ein dünner Fettfilm über der Oberhaut, der aus Sekreten der Schweiß- und Talgdrüsen besteht, schützt die Haut vor dem Eindringen von Bakterien und Pilzen und lässt Wasser abperlen. Darunter liegt die Hornschicht. Sie besteht aus Zellen, die in der Oberhaut (Keimschicht) produziert werden, nach oben wandern und dann verhornen. Wie eine Schlange „häuten“ auch wir uns. So erneuert sich die Hornschicht ca. einmal im Monat.

Leichte Verletzungen der Haut, die nur bis zur Keimschicht reichen, heilen vollständig ab; bei tiefergehenden Verletzungen entstehen Narben.

In der Epidermis befinden sich außerdem die pigmentbildenden Zellen, die Melanozyten. Sie bilden bei Sonneneinstrahlung den Farbstoff Melanin, der unsere Haut bräunt und uns vor den UV-Strahlen der Sonne schützen soll.


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Die Lederhaut (Corium)

Elastische Fasern durchziehen die Lederhaut. Sie sind verantwortlich für die Elastizität und Stabilität der Haut. In dieser Hautschicht befinden sich auch die Blutgefäße, welche die Haut mit Nährstoffen versorgen. Bei Wärme erweitern sich die Blutgefäße, Wärme wird nach außen abgeben. Wenn wir frieren, ziehen sie sich zusammen und die Wärme bleibt im Körper.

Reize wie Schmerz, Druck, Wärme und Kälte werden über die Rezeptoren und Nervenendigungen in der Lederhaut an unser Gehirn weitergegeben.


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Die Unterhaut (Subcutis)

Die Unterhaut besteht in erster Linie aus lockerem Binde- und Fettgewebe. Die Fettschicht dient uns als Wärmepolster, Puffer gegen Stöße und Nahrungsdepot. Das Bindegewebe wird durchzogen von Ausläufern der festen Fasern der Lederhaut, die mit der unter der Subcutis liegenden Körperfaszie verbunden sind. Sie verbinden die Haut mit dem darunter liegenden Gewebe, mit Knochen, Sehnen und der Muskulatur.


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Wenn unsere Haut altert

Je älter wir werden, desto mehr verändert sich auch unsere Haut. Die verschiedenen Hautschichten werden dünner, die Fettschichten nehmen ab, ebenso die Kollagenfasern und die elastischen Fasern. Die Hautzellen können weniger Wasser speichern, die Haut wird trockener und weniger elastisch. Die Durchblutung geht zurück und damit auch die Versorgung der Haut mit Sauerstoff und Nährstoffen. Diese Veränderungen machen unsere Haut leichter verletzbar und anfälliger für Infektionen. Die Wundheilung dauert dadurch erheblich länger.

Wann es zum sichtbaren Altern der Haut kommt, ist bei jedem Menschen unterschiedlich. Erste sichtbare Anzeichen sind die Entstehung von Hautfalten.

Neben den vererbten Veranlagungen, beeinflussen unsere Lebensgewohnheiten den Zustand unserer Haut. Besonders empfindlich reagiert die Haut auf UV-Strahlung, welche schnell zu vorzeitiger Hautalterung und zur Entstehung von Tumoren führen kann. Ebenso tragen unausgewogene Ernährung, wenig Trinken und das Rauchen zur Hautalterung bei.


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Krankheiten der Haut

Durch Stress, Nahrung und Umwelteinflüsse wie zum Beispiel mit Schadstoffen belastete Luft, nehmen vor allem Hauterkrankungen wie Allergien und Neurodermitis immer weiter zu. Zu den schwerwiegendsten Krankheiten der Haut zählen durch UV-A- und UV-B-Strahlen verursachte Schäden, die zu Hautkrebs führen können. Ein Sonnenbrand ist das akute Anzeichen für Strahlenschäden an der Haut. Hervorgerufen wird er, wenn die Haut nicht mehr ausreichend Melanin produzieren kann, um sich zu schützen. Ein Sonnenbrand ist meist jedoch schnell wieder abgeheilt und noch schneller wieder vergessen. Doch hinter dem Sonnenbrand verbergen sich dauerhafte Schädigungen der Hautzellen.


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UV-Strahlung

UV-Strahlung ist die Abkürzung für „ultraviolette Strahlung. Die wichtigste Quelle natürlicher UV-Strahlung ist die Sonne; UV-Strahlung ist energiereicher und kurzwelliger als das sichtbare Licht und kann vom menschlichen Auge nicht wahrgenommen werden.

Bei der UV-Strahlung werden drei Formen unterschieden: UV-A, UV-B und UV-C. Zwar kommen alle in unterschiedlichen Anteilen im Sonnenlicht vor, normalerweise gelangen jedoch nur UV-A- und UV-B-Strahlen an die Erdoberfläche. Dabei gilt, je kürzer die Wellenlänge, desto energiereicher ist die Strahlung und damit auch die biologische Wirksamkeit.

Im Frühjahr und im Sommer, besonders zur Mittagszeit, sowie in der Nähe des Äquators und in der Höhe ist die UV-Strahlung am intensivsten. Da UV-Licht für die Haut sehr gefährlich sein kann, ist es sinnvoll, seine verschiedenen Wirkungen zu kennen.


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Auswirkungen der UV-Strahlung auf die Haut

Wenn die Haut im Laufe des Lebens durch zuviel UV-Licht belastet wird, können daraus schwerwiegende Schäden für unseren Körper hervorgehen. Es kommt zur vorzeitigen Hautalterung; es entstehen Falten und die Haut wird schlaffer, dünner und ledrig. Des Weiteren können sich die Gefäße bleibend erweitern und es können sich Pigment- und Altersflecken bilden. Durch Sonnenbrand werden die Erbsubstanzen der Haut nachhaltig geschädigt, was schließlich sogar zu Hautkrebs führen kann. Die Auswirkungen der UV-A-und UV-B-Strahlung auf die Haut sind jedoch zu differenzieren.


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Hautschäden durch UV-A-Strahlen

UV-A-Strahlen bilden den größten Anteil der an die Erdoberfläche reichenden UV-Strahlung und dringen mit einem Wellenlängenbereich von 320 bis 400 nm wesentlich tiefer in die Haut ein, als die kurzwellige UV-B-Strahlung.

UV-A-Strahlung führt zu einer direkten Pigmentierung (Braunfärbung der Haut), die unmittelbar nach dem Sonnenbaden sichtbar wird, jedoch schnell wieder verblasst. Trifft UV-A-Licht auf die in der Haut vorhandenen Melanozyten, bewirkt dies einen Transport der vorhandenen Melaninmoleküle in weiter außen liegende Hautschichten und damit eine so genannte Sofortpigmentierung. Die darunter liegenden Zellkerne werden so geschützt. Eine Melaninneubildung findet dabei aber nur in sehr geringem Maße statt. Das UV-A der Sonne macht also rasch, aber nicht nachhaltig braun.

Nur sehr intensive Strahlungen - wie z. B. in Solarien - mit höheren Dosen, als sie in der Natur vorkommen, sorgen hier für eine länger anhaltende Bräune (indem sie bereits vorhandene Melaninmoleküle in die äußeren Hautschichten transportieren), die jedoch nicht vor Sonnenbrand und Hautalterung schützt. Im Gegenteil: Die Strahlung künstlicher Bräunungsgeräte ist weitaus energiereicher als die in der Natur vorkommende UV-A-Strahlung. Sie lässt die Haut noch schneller altern und führt zu starken Schäden des Erbguts bis hin zu Hautkrebs.

UV-A-Strahlen erreichen sogar die Unterhaut und können dort strukturelle Veränderungen an den elastischen Fasern (Kollagen und Elastin) auslösen. Die Folgen: Das Bindegewebe wird geschwächt und verliert seine Elastizität. Die Haut altert schneller, erschlafft und wird faltig, Poren und Gefäße erweitern sich. Des Weiteren verstärkt UV-A die schädlichen Wirkungen der UV-B-Strahlen und erhöht damit das Risiko eines Sonnenbrands. Eine längere, ungeschützte Einwirkung von UV-A-Strahlen löst ebenfalls DNA-Schäden, so genannte Mutationen, aus. Dabei brechen die DNA-Stränge nicht, wie durch UV-B, sondern die Moleküle werden verändert. Auf diese Weise werden die Reparaturmechanismen der Zelle und ihre Fähigkeit zur Zellteilung behindert. Das kann die Tumorbildung fördern und bis hin zum Hautkrebs führen.

Das Problematische bei UV-A-Strahlung ist, dass ihre negativen Auswirkungen nicht sofort spürbar und sichtbar sind, sondern sich erst als Langzeitschäden bemerkbar machen. Daher ist ein Schutz vor zuviel UV-A-Strahlen zwingend notwendig.


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Hautschäden durch UV-B-Strahlen

Die energiereichsten Strahlen sind die UV-B-Strahlen. Ihr Wellenlängenbereich liegt zwischen 280 und 320 nm, damit dringen sie in die äußere Hautschicht - die Epidermis - ein. Zwar werden UV-B-Strahlen zu einem Großteil von der Ozonschicht abgefangen, aber durch die schwankende Dicke der Ozonschicht ist der Anteil an UV-B Strahlung in den letzten Jahren gestiegen.

UV-B-Strahlen dringen in die Oberhaut ein. Zwar hält die menschliche Haut für eine kurze Zeitspanne die Strahlung aus, doch ab einer bestimmten Bestrahlungsdosis entwickelt sie eine Rötung und man bekommt einen Sonnenbrand. Doch was noch gefährlicher ist: die Erbsubstanz der Hautzellen kann dadurch so stark geschädigt werden, dass das natürliche Reparatursystem der Haut diese nicht mehr beheben kann. UV-B-Strahlung führt über die akuten Schädigungen hinaus und verursacht Schäden in Form von Brüchen der DNA-Stränge. Langfristig kann dies zu chronischen Hautschäden, Krebsvorstufen und zu Hautkrebs führen, egal, ob es sich um natürliches UV-B aus dem Sonnenlicht oder künstliches UV-B aus Bestrahlungsgeräten (bspw. eingesetzt zur medizinischen Behandlung) handelt.

Entscheidend für die Entstehung von Hautkrebs und seinen Vorstufen ist vor allem die Dosis der UV-B-Bestrahlung, die man insgesamt über die Dauer des Lebens empfängt. Der Großteil aller Hautkarzinome zeigen sich an Körperpartien, die häufig der Sonne ausgesetzt sind: im Gesicht, am Hals und Nacken sowie an Händen und Armen.

UV-B-Strahlen bewirken eine indirekte Pigmentierung. Wenn die energiereiche UV-B-Strahlung auf die Haut trifft, werden Enzyme angeregt den Hautfarbstoff Melanin zu bilden. Auch bei geringer Bestrahlungsdosis findet eine Pigmentierung der Haut statt. Dadurch wird nach und nach der natürliche Eigenschutz der Haut aufgebaut. Allerdings dauert es etwa zwei bis drei Tage bis sich durch Sonneneinstrahlung eine dauerhafte und gegen UV-B-Strahlung hilfreiche Pigmentierung bildet.


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UV-Intensität

Viele Menschen unterschätzen die Intensität der UV-Strahlen. Je nach Standort kann sie unterschiedlich stark sein, da die Intensität am Erdboden durch verschiedene Faktoren bestimmt wird. Bei intakter Ozonschicht ist die UV-Menge, die am Äquator auf den Boden trifft um ein Vielfaches größer als die, die an den Polen ankommt. Das liegt daran, dass durch den Einfallswinkel der Strahlen, der Weg durch die Atmosphäre an den Polen wesentlich weiter als am Äquator ist. Aus diesem Grund bekommt man in tropischen und subtropischen Gegenden sehr viel schneller einen Sonnenbrand als in Mittel- oder Nordeuropa.

Auch die Höhe über dem Meer beeinflusst die UV-Intensität. So ist beispielsweise im Gebirge der Anteil der UV-B-Strahlen höher als im Flachland; pro 1000 Höhenmeter nimmt die UV-B-Intensität um 15 bis 20% zu. Die Stärke der UV-A-Strahlen wird durch unterschiedliche Höhenlagen allerdings nicht beeinflusst. Sie bleibt gleich stark, da das UV-A-Licht fast vollständig an die Erdoberfläche gelangt. Die Intensität beider Strahlungen kann an der Erdoberfläche durch Reflexion und Streuung sogar noch verstärkt werden. So haben Schnee, Sand und Wasser durch ihre reflektierende Wirkung einen erheblichen Einfluss auf die Strahlungsbelastung. Durch Schnee wird die UV-Intensität um 50 bis 85% gesteigert, durch Sand um 5 bis 25% und durch Wasser wird die Wirkung der UV-Strahlen ebenfalls um 10 bis 30% erhöht.

Selbst unter Wasser erreichen die UV-Strahlen noch unsere Haut; in 50 cm Wassertiefe kommen immerhin 85% der UV-A- und 60% der UV-B-Strahlung an. Die Intensität der UV-Bestrahlung hängt des Weiteren auch von der Tageszeit ab. Allein in den beiden Stunden um die Mittagszeit erreicht circa 30% der täglichen UV-Einstrahlung den Erdboden; selbst Wolken bieten keinen ausreichenden Schutz gegen UV-Strahlen. Und schließlich spielt auch die Jahreszeit eine wichtige Rolle für die UV-Intensität: In den Wintermonaten ist die UV-Belastung in Deutschland zwar nicht sehr hoch; relevant für die Haut ist sie allerdings dennoch, da die UV-Strahlung aufgrund von Reflexion durch den Schnee erhöht wird. Wichtig: Die Lichtempfindlichkeit der Haut kann durch fremde Stoffe noch erhöht werden. So wirken sich beispielsweise Johanniskraut, bestimmte Antibiotika, Antirheumamittel etc. negativ auf die Eigenschutzzeit aus. 


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Weitere Schäden durch UV-Strahlung

UV-Strahlung ist mit verantwortlich für die Entstehung so genannter „Freier Radikale“. Diese sind kurzlebige, aggressive und sauerstoffhaltige Verbindungen, die im Körper Kettenreaktionen auslösen und dadurch unsere Zellen schädigen. Dies kann neben einem schnelleren Alterungsprozess auch zur Entstehung von Tumoren, Herzkreislauferkrankungen, Rheuma und Augenerkrankungen führen. Freie Radikale entstehen aber nicht nur durch UV-Strahlen, sondern auch durch Ozon und weitere Umweltgifte, ebenso wie bei einer Steigerung des Energiestoffwechsels. Entgegenwirken kann man der Bildung durch gesunde und ballaststoffreiche Ernährung (besonders Vitamin A, Provitamin A und Vitamin C) und der Verwendung von Hautpflege – und Schutzprodukten, die Antioxidantien wie z.B. Vitamin E enthalten.

Bei empfindlichen Menschen können UV-Strahlen des Weiteren eine als Sonnenallergie bezeichnete Hautreaktion mit Rötung, Juckreiz und Bläschenbildung oder auch die so genannte Mallorca-Akne mit entzündlichen Reaktionen in Form von Pappeln und Pusteln auslösen.


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Umweltgifte tragen erheblich zur Schädigung unserer Haut bei

Aber auch andere Faktoren können Hautirritationen und sogar –schäden hervorrufen. Bei der Bildung freier Radikale sind nicht nur die UV-Strahlen, sondern auch Umweltschadstoffe wie Schwefeldioxid, Stickoxide und Zigarettenrauch beteiligt. Um die freien Radikale abzufangen, hat der Körper ein eigenes Abwehrsystem entwickelt, dabei benötigen die Körperzellen Radikalfänger, so genannte Antioxidantien. Diese können dem Körper von außen durch gesunde Nahrung oder durch Hautpflegeprodukte zugeführt werden. Wirkungsvoll sind dabei besonders Vitamin C, Vitamin E, Mangan und Zink.

Auch Ozon hat einen gefährlichen Einfluss auf die Haut, da es für eine Reduktion der Antioxidantien (besonders Vitamin E) sorgt. Oft werden Augenbrennen, juckende Schleimhäute in Nase und Rachen, Schluckbeschwerden und Hautirritationen hervorgerufen. Ozon scheint aber auch Einflüsse auf tiefer gelegene Hautschichten zu haben, da die Immunreaktionen des Körpers durch Ozon geschwächt werden können. Ein Video der Dr. Rath Stiftung zum Thema „Freie Radikale“ findet ihr hier:


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Eigenschutz-Mechanismen der Haut

Bräunung

Die menschliche Haut besitzt eigene Mechanismen, um sich und den Organismus vor UV-Strahlung zu schützen. Der wichtigste Eigenschutz liegt in den Pigmentzellen (Melanozyten) unter der Hornhaut. Hier wird der Hautfarbstoff Melanin gebildet, der die Bräune hervorruft. Durch die Bräunung der Haut sollen die darunter liegenden Hautschichten und vor allem die DNA der Zellkerne geschützt werden. Helle Hauttypen besitzen insgesamt weniger Melanin als dunkle und sind daher empfindlicher gegen Sonnenlicht.

hauttyp 01
Hauttyp 1

Sehr helle Haut mit Sommersprossen, rotes oder blondes Haar,
blaue oder grüne Augen,
sehr schnell Sonnenbrand;

Eigenschutzzeit:
Zwischen 5-10 Minuten/Tag

 
hauttyp 02
Hauttyp 2

Helle Haut, oft Sommersprossen,
blondes Haar,
blaue oder grüne Augen,
schnell Sonnenbrand;

Eigenschutzzeit:
Zwischen 10-20 Minuten/Tag.

 
hauttyp 03
Hauttyp 3

Mittelhelle Haut,
braunes Haar,
braune Augen,
manchmal Sonnenbrand,

Eigenschutzzeit:
Zwischen 20-30 Minuten/Tag.

 
hauttyp 04
Hauttyp 4

Von Natur aus dunkle Haut,
dunkelbraunes oder schwarzes Haar,
braune Augen,
selten empfindlich;

Eigenschutzzeit:
Zwischen 40-50 Minuten/Tag.

 


Das Infoblatt "Hauttypen" zum Download findest du hier:

PDF

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Die Lichtschwiele

Die Haut hält noch einen weiteren Eigenschutzmechanismus bereit: Die oberste Hautschicht, die Hornschicht, absorbiert UV-Strahlen. Hält die UV-B-Bestrahlung längere Zeit an, verdickt sich diese Hornschicht und es entsteht die so genannte Lichtschwiele. Diese streut, filtert und reflektiert das ankommende Sonnenlicht. Die Hautverdickung verbessert den Eigenschutz der Haut um das Vierfache, allerdings vergehen etwa zwei bis vier Wochen bevor sich die Lichtschwiele voll ausgebildet hat.


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Lichtschutz als Unterstützung für die Haut

Bis zu einem gewissen Grad kann sich die Haut also selbst gegen die gefährliche Wirkung der Sonnenstrahlen schützen. Die Zeitspanne, die man in der Sonne verbringen kann, ohne dass eine Hautrötung auftritt, bezeichnet man als „Eigenschutzzeit“. Dieser Schutz ist allerdings bei jedem Einzelnen unterschiedlich stark ausgeprägt und liegt in Abhängigkeit vom Hauttyp bei intensiver Sonnenstrahlung zwischen fünf und dreißig Minuten. Die natürlichen Schutzmechanismen der Haut sind der heutigen Sonnenbelastung alleine nicht mehr gewachsen, daher ist zusätzlicher Schutz dringend erforderlich.

Zusätzlich sollte man mit Hilfe von Sonnenschutzmitteln den in die Haut eindringenden Teil der UV-Strahlung wirksam reduzieren. Auf diese Weise kann man auch über die Eigenschutzzeit der Haut hinaus in der Sonne bleiben, ohne nach kürzester Zeit einen Sonnenbrand zu riskieren. Dadurch werden auch die Langzeitschäden erheblich minimiert.


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Lichtschutzfaktor

Eine wichtige Rolle beim Sonnenschutz spielt der Lichtschutzfaktor (LSF / SPF), der auf allen Produkten angegeben ist und nach einer international einheitlichen Methode bestimmt wird. Der Lichtschutzfaktor gibt die Wirksamkeit des Sonnenschutzproduktes an: Die Angabe des LSF bezieht sich allerdings nur auf den UV-B-Schutz, d.h. den Schutz vor einem Sonnenbrand, welcher als Folge Hautkrebs verursachen kann. Da der LSF jedoch nichts über den Schutz vor der ebenso gefährlichen UV-A-Strahlung aussagt, gibt es seit Anfang 2007 eine einheitliche Kennzeichnung der UV-A-Schutzleistung. Produkte, die einen ausreichenden Schutz gemäß den aktuell gültigen Empfehlungen aufweisen, können seit dem durch einheitliche symbolische Kennzeichnung ohne Probleme identifiziert werden. Der Schutz vor UV-A-Strahlen sollte dabei laut den Bestimmungen der Europäischen Kosmetik Assoziation COLIPA mindestens ein 1/3 des ausgewiesenen Lichtschutzfaktors für UV-B betragen.

UVA_UVB

Interessant ist dabei übrigens, dass der oft ausgewiesene „australische Standard“ bei höherem LSF unwirksamer beim Schutz vor UV-A-Strahlung ist, als Produkte nach der europäischen Norm. Der „australische Standard“ war bis 2007 die einzige Festlegung in der eine Mindesthöhe des UV-A-Schutzumfanges definiert wurde. Produkte durften dann mit dem “australischen Standard” werben, sofern der UV-A-Schutz dem Faktor 10 entspricht. Der Nachteil ist, dass mit dieser Norm der UV-A-Schutz für alle Lichtschutzprodukte gleich hoch ist; für Präparate mit niedrigen Lichtschutzfaktoren ist der Schutz zwar ausreichend, bei steigendem Lichtschutzfaktor ist der europäische Standard jedoch höher, da dieser sich entsprechend proportional erhöht
(bei einem LSF von 50 ist der UV-A-Schutzumfang nach australischer Norm 10, nach dem europäischen Standard
50 x 1/3 = 16,666).


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UV-Filter

Ihre Schutzwirkung erreichen kosmetische Sonnenschutzmittel durch als Lichtschutzfilter bezeichnete UV-Filter. Diese Substanzen minimieren die unerwünschten Folgen der UV-Strahlung auf die Haut. UV-Filter reflektieren (Mikropigmente) und/oder absorbieren (lösliche UV-Filter) die UV-Strahlen auf der Hautoberfläche und in der Hornschicht. Des Weiteren unterbrechen so genannte Antioxidantien (z.B. Vitamin E) die durch UV-Strahlung ausgelöste photochemische Kettenreaktion, falls doch UV-Strahlen in die Haut eindringen. Dies hilft ebenfalls dabei Folgen der Sonnenbestrahlung wie Zell- und Erbgutschäden zu mindern.

Um eine breite Schutzwirkung zu erzielen, sollte beim Kauf darauf geachtet werden, dass eine Kombination unterschiedlicher reflektierender und absorbierender Substanzen als UV-Filter eingesetzt wird.

Die wichtigsten in Sonnenschutzmitteln enthaltenen Mikropigmente sind Zinkoxid und Titandioxid; ihre Wirkung basiert auf einer Mischung von Streuungs-, Reflexions- und Lichtunterbrechungseffekten. Bei absorbierenden Lichtschutzfiltern sollte man unbedingt darauf achten, dass diese, wie z.B. Octocrylen, UV-stabil und vor Allem nicht hormonaktiv sind. Dies geht aus einer Studie der Universität Zürich und anderen namenhaften Forschungsinstitutionen hervor, da scheinbar viele UV-Filter ein hohes gesundheitliches Risiko bergen. Unter Anderem konnte nachgewiesen werden, dass die meisten chemischen Lichtschutzfilter nicht UV-stabil sind und hormonaktive Wirkungen aufzeigen. Die fettlöslichen Filter sind elastisch, deformieren sich und dringen teilweise tief in die Haut ein. Dadurch entsteht eine verstärkte chemische Belastung und ein teilweise sogar sehr hohes Allergie- bzw. Unverträglichkeitsrisiko. Ein hohes gesundheitliches Risiko beinhalten dabei besonders

Benzophenone, Homosalate, 4-Methyl-benzylidene camphor 3-Benzylidene camphor, Octyl methoxy-cinnamate und Octyl-dimethyl PABA.


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Paraben – ein weiterer fragwürdige Inhaltsstoff

Methylparaben -ein antiseptischer Wirkstoff - wird häufig in der Kosmetik (Puder, Foundations, Lotionen, usw.) eingesetzt, da der Wirkstoff für seine guten antibakteriellen Eigenschaften bekannt ist. Eine Untersuchung der Kyoto Prefectural University of Medicine zeigt nun aber, dass Parabene den Alterungsprozess der Hautzellen fördern, wenn sie UV-Strahlung ausgesetzt sind und zur Bildung von Falten sowie Altersflecken führen. Bei der Studie wurde den Hautzellen Methylparaben in einer Konzentration ähnlich dem Einsatz in Kosmetika zugefügt. Danach wurden die Hautzellen ultravioletter Strahlung ausgesetzt – entsprechend dem durchschnittlichen Wert an einem Sommertag. Die Sterberate mit Methylparaben lag dabei erschreckenderweise dreimal höher als bei den unbehandelten Hautzellen. Der leitende Professor Toshikazu Yoshikawa kommt daher zu dem Schluss, „dass Menschen starke und direkte Sonneneinstrahlung meiden sollten, wenn sie Produkte verwenden, die Parabene beinhalten“.

Weiterhin wurden bereits 2004 Studien von der Deutschen Krebsgesellschaft e.V. veröffentlicht, wonach es einen Zusammenhang zwischen Paraben und Brustkrebs zu geben scheint. Paraben hat demnach eine dem weiblichen Hormon Östrogen ähnliche Aktivität, dieses wiederum gilt als Wachstumsfaktor für Brustkrebs.

Laut Untersuchen der Polytechnischen Universität von Ancona ist Paraben auch für unsere Umwelt eine gefährliche Substanz. Die ansässigen Meeresbiologen kommen zu dem Schluss, dass viele Sonnencremes gefährlich für Korallenriffe sind. Die chemischen Substanzen, die UV-Licht filtern, aktivieren in den mit den Korallen symbiotisch lebenden Algen virale Infektionen.

corals

Als problematische Substanzen haben die Wissenschaftler das Konservierungsmittel Paraben, Cinnamate - das sind Salze und Esther der Zimtsäure, Benzophenone und ein Kampferderivat ausgemacht. "Wir werden uns darauf einstellen müssen, dass die Zahl der Korallenriffe unter den gegebenen Umständen deutlich abnehmen wird", meint auch der Wiener Meeresbiologe Jörg Ott von der Universität Wien. Dabei könne es sein, dass sie auf ein Zehntel ihres einstigen Bestandes zurückgehen, so Ott`s Meinung.

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Eigenschaften eines wirksamen Sonnenschutzmittels

Ein wirksames Sonnenschutzmittel zeichnet sich besonders durch eine hohe Schutzwirkung gegenüber UV-Strahlen aus. Dabei sollten sowohl absorbierende als auch reflektierende Filter enthalten sein, um einen Schutz gegen UV-A-, und gleichzeitig gegen UV-B-Strahlen zu bieten. Des Weiteren sollte sich das Sonnenschutzmittel durch eine hohe Wasser- und Schwitzfestigkeit auszeichnen. Für Menschen die unter Sonnenallergie oder anderen Unverträglichkeiten leiden, sind nicht fettende Produkte bzw. Produkte ohne Konservierungsstoffe und Parfum empfehlenswert. Weiter sollte darauf geachtet werden, dass nur natürliche Emulgatoren enthalten sind und dass das Sonnenschutzmittel auf chemische Emulgatoren verzichtet. Aufgrund der oben angefügten Beispiele sollte man ebenfalls darauf achten, dass keine Benzophenone, Parabene und Cinnamate enthalten sind.


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